Ein flüssig geschriebener Entwurf ist noch kein veröffentlichungsreifer Text. Bei einem KI-unterstützten Entwurf muss die Redaktion dieselben Fragen beantworten wie bei anderem Material: Stimmen die Aussagen? Passt der Inhalt zum konkreten Betrieb? Versteht die Zielgruppe den nächsten Schritt? Ein überzeugender Ton kann offene Sachfragen verdecken, wenn die Prüfung nur auf Rechtschreibung schaut.
Legen Sie vor dem Einsatz fest, welche Informationen in das verwendete Werkzeug eingegeben werden dürfen. Interne Kundendaten, vertrauliche Angebote und unveröffentlichte Unterlagen sollten nicht aus Bequemlichkeit in einen nicht dafür freigegebenen Dienst kopiert werden. Nutzen Sie bei Bedarf abstrahierte Beispiele und eine geeignete betriebliche Regel für den Umgang mit Daten.
Den Auftrag neben den Entwurf legen
Prüfen Sie zunächst, ob der Text die gestellte Aufgabe erfüllt. Sollte er eine Leistung erklären, eine Rückfrage beantworten oder einen Termin ankündigen? Ein langer allgemeiner Absatz über die Branche kann sprachlich ordentlich sein und dennoch am Zweck vorbeigehen. Streichen Sie Material, das keine benötigte Frage beantwortet.
Vergleichen Sie die Zielgruppe mit den verwendeten Begriffen. Ein Text für einen kleinen Handwerksbetrieb braucht andere Beispiele als eine Beschreibung für ein großes Marketingteam. Ersetzen Sie abstrakte Aussagen durch die konkreten Bedingungen des Angebots, sofern diese bekannt und freigegeben sind. Erfinden Sie fehlende Einzelheiten nicht, um den Absatz lebendiger zu machen.
Aussagen einzeln prüfen
Markieren Sie Zahlen, Fristen, Leistungsversprechen, Produktfunktionen, rechtliche Aussagen und angebliche Erfahrungen. Jede dieser Aussagen braucht eine passende Grundlage. Öffnen Sie genannte Quellen selbst und prüfen Sie, ob sie genau den behaupteten Sachverhalt stützen. Eine vorhandene URL oder ein bekannter Organisationsname ist allein noch kein Beleg.
Bei veränderlichen Angaben kontrollieren Sie den aktuellen Stand. Dazu zählen Preise, Tarife, Softwarefunktionen und Verfahrensregeln. Wenn eine Aussage für den Text nicht nötig ist, kann das Weglassen besser sein als eine aufwendige Recherche zu einer dekorativen Behauptung. Notwendige, ungeklärte Aussagen bleiben dagegen als offene Aufgabe markiert und werden nicht durch einen weicheren Ton verborgen.
Prüfen Sie auch Beispiele auf ihren Status. Ein erfundenes Rechenbeispiel muss als solches erkennbar sein. Es darf nicht wie ein tatsächlich betreuter Kunde oder ein gemessener Erfolg erscheinen. Aussagen wie „Wir haben bereits vielen Betrieben geholfen“ gehören nur in den Text, wenn der Herausgeber diese Erfahrung tatsächlich belegen kann.
Sprache auf Aussage reduzieren
Suchen Sie nach austauschbaren Bewertungen wie „führend“, „einzigartig“ oder „maßgeschneidert“, wenn sie nichts Konkretes erklären. Ersetzen Sie sie nicht automatisch durch andere Werbewörter. Benennen Sie stattdessen Umfang, Ablauf oder Grenze. „Drei Entwurfsrunden sind enthalten“ sagt mehr als eine unbestimmte Zusage vollständiger Betreuung, sofern diese Angabe tatsächlich stimmt.
Lesen Sie die Übergänge. Wiederholt der Text dieselbe Aussage in Einleitung, Zwischenabsatz und Schluss? Gibt es Listen, deren Punkte nur leicht umformulierte Synonyme sind? Kürzen Sie Wiederholungen, ohne notwendige Bedingungen zu entfernen. Die passende Länge ergibt sich aus der Frage, nicht aus einer vorgegebenen Zahl von Abschnitten.
Den nächsten Schritt praktisch prüfen
Ein Text kann zum falschen Kontaktweg führen oder eine nicht vorhandene Funktion versprechen. Öffnen Sie deshalb verlinkte Seiten, testen Sie den vorgesehenen Ablauf und vergleichen Sie die Formulierung mit dem tatsächlichen Ergebnis. „Termin buchen“ sollte nicht verwendet werden, wenn nur eine unverbindliche Nachricht gesendet wird.
Bei mehreren Sprachfassungen prüfen Sie beide Versionen auf Inhalt und Ton. Eine Übersetzung kann eine Einschränkung abschwächen oder aus einer Möglichkeit eine Zusage machen. Zahlen, Bedingungen und Kontaktwege müssen inhaltlich übereinstimmen, auch wenn die Formulierungen natürlich unterschiedlich ausfallen.
Die Freigabe bleibt eine benannte redaktionelle Entscheidung. Halten Sie bei wichtigen Texten fest, welche Sachfragen geprüft wurden und welche Person die Veröffentlichung verantwortet. Wenn wesentliche Punkte unklar bleiben, wird der Entwurf weiterbearbeitet. Eine erneute automatische Formulierung ersetzt nicht die fehlende Antwort.



